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Der Verzweifelte (circa 1844/45)

Der Verzweifelte von Gustave Courbet entstand 1844/45 und zeigt Courbet im Selbstportrait. Das lebensgroße Ölgemälde ist ein typisches Bild des Realismus. Es zeigt die „hässlichen“ Seite der Realität: Verzweiflung. Das Bild zeigt den 25-jährigen Courbet haareraufend, mit weit aufgerissenen Augen und geblähten Nasenlöchern. Die entblößten Unterarme zeigen die hervortretenden Adern und eine große körperliche Anspannung. Auffällig ist das für den Realismus typische Licht und Schattenspiel: Die linke Gesichtshälfte ist markant beleuchtend und betont. Ebenfalls wird Bewegung suggeriert: Durch den ungleich gefallenen Kragen und die Falten in dem weißen Hemd nimmt der Betrachter das Geschehen fast in „Echtzeit“ war.

Die Linien, die durch die verschränkten Arme und den Bildmittelpunkt entstehen, bilden ein Dreieck, in dessen Mitte der Kopf und damit der verzweifelte Gesichtsausdruck weiter in den Vordergrund gestellt wird. Courbet litt in dieser Zeit an Selbstzweifel, denen er in dem Porträt möglicherweise Ausdruck verleiht.

Trotzdem war er nicht beschämt und zeigte seine Schwächen, ganz wie im Realismus üblich.

Das Bild war lange Zeit in Courbets Eigenbesitz. Er musste um seine künstlerische Anerkennung kämpfen. Das geht aus Briefen und Korrespondenzen dieser Zeit hervor. Doch anstatt aufzugeben, blieb Courbet seiner künstlerische Linie treu und arbeitete stets weiter an seinen Werken.

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