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Die Geburt der Venus (circa 1685/86)

Die Geburt der Venus von Sandro Botticelli gilt neben der Mona Lisa von Leonardo da Vinci und die Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo Buonarroti als eines der bekanntesten und meist studierten Werke der Renaissance. Sie spiegelt die Rückbesinnung auf die römische und griechische Antike und zeigt entsprechend die mythische Geburt der römisch/griechischen Göttin Venus.

Nach dem griechischen Dichter Hesiod landete Venus an der Küste Zyperns und wurde dort von den Horen, den Göttinnen der Jahreszeiten, in ein Gewand gehüllt. Die anderen beiden Figuren auf dem Bild sind nicht eindeutig zuzuordnen, man geht aber davon aus, dass diese Zephyr, der Gott des Windes, und eine Nymphe oder die Göttin Flora sind und Venus gemeinsam mit ihrem Atem an das Ufer treiben. Dabei steht Venus auf einer vergrößerten Jakobsmuschel. Hier erkennt man den christlichen Einfluss auf das Werk: Die Jakobsmuschel ist nach dem heiligen Jakobus benannt, dem Schutzpatron der Pilger. Die Muschel ist auch das Symbol des Jakobswegs, ein Pilgerpfad in das spanische Santiago de Compostela. Da die Venus an den Strand Zyperns „pilgert“ stellt sie das ideale Symbol für diese Reise dar.

Das Werk entstand in Botticellis Geburtsort Florenz, nachdem er aus Rom wiederkehrte. Seit des frühen 20. Jahrhunderts ist das Bild in den Uffizien in Florenz ausgestellt.

Entkleidete Frauen wurden im Mittelalter nicht dargestellt und verschwanden gänzlich aus der westlichen Kunst. Erst mit Botticellis Die Geburt der Venus wurde das Thema wieder aufgenommen.

Während zeitgenössische Künstler antike Ikonographie in ihre Werke aufnahmen, verarbeite Botticelli eine mythische Erzählung in Gänze. Die Form, Pose und Komposition der Venus tritt noch heute als Modemodell, als Vorbild für das Friseurhandwerk und in vielen weiteren Medien in Erscheinung.

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